Gatsbying – Bedeutung, Erklärung und Dating-Strategie dahinter

Unter dem neuen Datingtrend Gatsbying versteht man das gezielte Posten von Fotos oder Stories auf Instagram, Statusmeldungen bei WhatsApp oder ähnlichen Updates in Social Media, um die Aufmerksamkeit einer ganz bestimmten Person auf sich zu ziehen. Dabei wird stets darauf geachtet, sich nur von der besten Seite zu zeigen und positive Ereignisse zu veröffentlichen, die einen als interessant, gebildet, cool oder vermögend dastehen lassen. Wenn alles gut geht bekommt man durch diese Posts die Aufmerksamkeit der gewünschten Person, im Idealfall tritt sie sogar per Kommentar oder Nachricht in Kontakt. Auch ein Like oder das bloße Ansehen einer Story werden aber schon als Erfolg verbucht.

Der große Gatsby als Inspiration

Wer kennt ihn nicht – Francis Scott Fitzgeralds Erfolgsroman „The Great Gatsby“ aus den 1920er Jahren. In dieser Erzählung versucht die Hauptfigur Jay Gatsby durch ausufernde Feiern für die Reichen und Schönen New Yorks die Aufmerksamkeit nur einer Frau auf sich zu ziehen.

Der Datingstrend Gatsbying ist vom eigentlichen Gatsby gar nicht soweit entfernt. Auch Jay Gatsby hat sich neu erfunden und ist als ursprünglich armer Bursche zu einem der reichsten Männer Long Islands geworden – und das größtenteils durch Selbstdarstellung. In der heutigen Zeit von Instagram, Facebook und Co fällt es leicht, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und die Sicht auf einen selbst in der eigenen Hand zu haben. Postet man ein Foto aus dem Fitnessstudio, vor einem teuren Auto oder von seiner neuen Designerkleidung? In der Regel kommt es immer darauf an, wie man von anderen gesehen werden möchte, eben als sportlich, reich oder modebewusst. Beim Gatbying postet man diese Fotos bewusst, damit einen insbesondere der oder die Angebetete so sieht, wie man es selbst möchte.

Das genau Vorgehen beim Gatsbying

Bevor das eigentliche Gatsbying beginnen kann, braucht es eine Person, die man durch diese Datingtaktik erreichen möchte. In der Regel ist das ein Schwarm, ein Mensch, dem man imponieren möchte und zeigen mag, wie toll man selbst ist. Dieser Schwarm kann zum Beispiel eine Person aus dem echten Leben sein wie ein Bekannter oder ein Arbeitskollege. Dann zielt das Gatsbying darauf ab, zusätzliches Interesse bei dieser Person zu entfachen und ihr Eigenschaften von sich zu zeigen, die im Alltag nicht so ersichtlich sind wie zum Beispiel Hobbies oder Fähigkeiten.

Genau so kann die Zielperson des Gatsbying aber auch jemand sein, den man noch nicht persönlich kennt, zu dem man sich aber auf Grund eines Onlineprofils hingezogen fühlt. Ist das der Fall, dann soll mit dem Gatsbying zunächst erzielt werden, dass einen die Person überhaupt wahrnimmt und von der eigenen Existenz erfährt.
Hat man nun einmal seinen Schwarm gefunden, beginnt das eigentliche Gatsbying – das gezielte Posten von Beiträgen, welche speziell auf diese eine Person zugeschnitten sind. Jeder Post soll dabei eine besondere, mal mehr und mal weniger subtile Nachricht an diese Person senden. Im Idealfall wird das Interesse des Schwarms geweckt und es kommt zur Interaktion untereinander. Dies beginnt zunächst meist durch das einfache Anschauen von Stories oder Statusmeldungen und setzt sich fort über Kommentare, gegebenenfalls reziprokes Gatsybing durch den Schwarm und am Ende zur direkten Kommunikation durch Nachrichten. Tritt man durch das gezielte Veröffentlichen bestimmter Momente aus seinem Leben mit seinem Schwarm in Kontakt und hat die Chance, das Dating aus dem Internet ins wahre Leben zu übertragen, dann war das Gatsbying erfolgreich.

Manchmal geht es beim Gatsybing aber auch nur darum, Interesse, Anerkennung oder Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne dass dabei ein Datingabsicht dahintersteckt. Dies kann bei beispielsweise bei ehemaligen Partnern der Fall sein, mit denen man keine Beziehung oder direkten Kontakt mehr wünscht, die man aber dennoch weiterhin beeindrucken oder sogar neidisch machen möchte. Auch in diesem Fall sollen die gezielten Posts eine versteckte Botschaft übertragen, wie zum Beispiel „Es geht mir so gut ohne dich.“ Oder „Schau, was du verpasst hast.“.

Warum Gatsbying als Vorgehen wählen?

Gatsybing ist eine sehr indirekte Art, mit seinem Schwarm in Kontakt zu treten. Viele Menschen mögen jetzt sagen, dass es ja viel einfacher wäre direkt eine Nachricht zu senden und so das gezielte Posten von vornherein zu umgehen. Dies birgt jedoch die Gefahr, von der anderen Person zurückgewiesen zu werden oder in der Menge der Nachrichten des Anderen unterzugehen. Beim Gatsybing kann man zunächst einmal ausprobieren, ob der Schwarm überhaupt Interesse an einem hat und dieses dann gezielt anheizen, um die Chancen auf eine Antwort bei einer Nachricht zu steigern.

Die Nachteile des Gatsbying

Das Gatsbying bringt natürlich nicht nur Vorteile, wie den größeren Schutz vor Zurückweisung, sondern auch Nachteile. So ist das gezielte Posten von Beiträgen sehr zeitintensiv und aufwändig, insbesondere dann, wenn man ganz besondere Posts und Fotos teilen möchte. Zum anderen gibt man im Internet meist nie sein wahres Ich preis, was bei einem echten Date oder gar einer Beziehung aber früher oder später herauskommt. Dann erfährt der Schwarm, wenn man das Gatsbying übertrieben und Dinge gepostet hat, die eigentlich gar nicht wahr waren.

Gatsbying Fazit

Die Datingtechnik des Gatsbying ist vor allem für schüchterne Menschen gut geeignet, die durch die virtuelle Interaktion zunächst ganz langsam beginnen können, ihrem Schwarm näher zu kommen. Dabei ist die Chance verletzt oder zurückgewiesen zu werden sehr gering. Außerdem erfährt die andere Person so schon vor dem eigentlichen Kontakt viele Fakten über einen und man kann zeigen, wer man ist.